Auf dem Kongress “Finance 2.0″ am 27. September 2011 in Wiesbaden kamen Marketing- und Vertriebsverantwortliche aus Banken und Versicherungen zusammen und diskutierten darüber, wie sie das Thema “Social Media” vorantreiben können, um ihre Kunden zu binden und neue Kundengruppen zu gewinnen. Organisiert wurde der Kongress von Versicherungsmagazin und Bankmagazin.
Social Media wird auch zukünftig das Marketing dominieren
Bei den Entscheidern sind viele Fragen zum Social-Media-Einsatz noch offen. Viele erkennen die neuen Chancen, scheuen jedoch die Risiken. Die Fachtagung lieferte praxisorientierte Einblicke in die vielfältigen Möglichkeiten mit Facebook, Twitter, Xing & Co. Neben nutzwertigen Lösungsvorschlägen gab es Insiderwissen hochkarätiger Medien-Experten sowie intensiver Erfahrungsaustausch im Kreis der Branchenkollegen.
„Giro sucht Hero“
Social-Media-Strategie der Sparkassen-Finanzgruppe präsentierte Dr. Lothar Weissenberger, Leiter Marketingkommunikation, Deutscher Sparkassen- und Giroverband, er berichtete über das Projekt: „Giro sucht Hero.“ Das Konzept ist dreigeteilt: 1) Orientierung, 2) Engagement / Präsenz und 3) Sicherheit. Die Facebook Fanpage hat aktuell 133.774 Fans.
„Social Media – worauf Versicherer achten müssen“
Darüber sprach Martina Faßbender, Leiterin Unternehmenskommunikation, Gothaer Versicherung. Dabei sein ist wichtig, aber auch der richtige Umgang mit Kritik und Beschwerden. Dazu gab sie einige Einblicke.
Targobank: Die Bank im Social Web
Chancen und Hürden in der Kundenkommunikation präsentierte Tanja Janz, Pressesprecherin der Targobank anhand von interessanten Praxisbeispielen.
Google Wallet: Bezahlen leicht gemacht
Googles Perspektive der mobilen Revolution in der Finanzdienstleistungsbranche präsentierte Stefan Hentschel, Head of Mobile Advertising DACH, Google. Die neuen Trends werden damit genutzt: Smartphones, digitale Kameras und Einkauf mit Rabatten. Erst wenige Unternehmen haben eine mobile Website, dabei ist das enorm wichtig, weil die Zugriffszahlen steigen. Google Wallet ist die neue Welle: einfach bezahlen mit Loyality-Programmen. Der Dienst startet bereits in USA.
Social Media für Finanzdienstleister
Auch ich hatte die Ehre als Referentin zu präsentieren. Ich habe Auszüge aus der Studie „Social Media in der Assekuranz“ vorgestellt, die ich mit dem AMC erstellt habe. Versicherungen nutzen zumeist Facebook, gefolgt von Twitter, YouTube und Xing. Erschreckend ist, dass 85 % der befragten Versicherungen ihr Engagement im Social Web als „gering“ einschätzen. Lediglich 20 % der Versicherungen schätzen ihr Reaktionstempo im Social Web als „hoch“ ein. Dabei sind hohes Engagement und schnelle Reaktionszeiten wichtige Voraussetzung für Social-Media-Erfolg.
Knappe zeitliche und personelle Ressourcen
75 % der befragten Gesellschaften sehen zeitliche und personelle Ressourcen als die größten Herausforderung. Rund 70 % der befragten Versicherungen wissen, dass Kollegen, Mitarbeiter oder Vertriebspartner Unternehmensinformationen im Social Web publizieren. Trotzdem hat nur rund die Hälfte der befragten Versicherungen, die im Social Web aktiv sind, eine Social-Media-Richtlinie erstellt. Vertriebspartnerkommunikation wird im Social Web eher „stiefkindlich“ angegangen. Hier gibt es reichlich Handlungsbedarf.
Social Media erfordert ein kulturelles Umdenken
Mein Fazit lautete: “Social Media erfordert ein kulturelles Umdenken in den Gesellschaften. Es muss im ganzen Unternehmen ein ganzheitlicher Marketing- und Vertriebsansatz sein. Erst dann liefert Social-Media-Marketing auch die gewünschten Erfolge”.
PSD-Banken setzen auf Social Media
Olaf Maximilian Willems, Leiter Unternehmenskommunikation, Verband der PSD Banken, präsentierte die Ergebnisse des Social-Media-Projekts. Zunächst wurde ein Monitoring vorgenommen, um zu erkennen, auf welchen Plattformen über die PSD-Banken gesprochen wurde. Vornehmlich waren dies: Twitter, Foren und Blogs. Die Chancen und Risiken wurden geprüft. Außerdem wurde ein ausführliche Mitbewerber-Beobachtung durchgeführt, um den Status Quo der anderen Banken und Sparkassen zu beleuchten. In Kürze wird es mehr Infos über das Projekt geben, das ich als Beraterin betreue.
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